Orderarten im Trading: Market, Limit, Stop und Stop-Limit einfach erklärt
- 7. Aug.
- 9 Min. Lesezeit

Beim Trading entscheidet nicht nur was gehandelt wird, sondern auch wie eine Order in den Markt gegeben wird. Market-, Limit-, Stop- und Stop-Limit-Orders verfolgen unterschiedliche Ziele und unterscheiden sich vor allem darin, ob der Trader eher eine schnelle Ausführung oder einen bestimmten Preis priorisiert.
Neben diesen grundlegenden Orderarten gibt es je nach Handelsplatz, Broker und Handelssoftware zahlreiche weitere Orderzusätze und Kombinationen, beispielsweise Good-Till-Cancelled (GTC), Immediate-or-Cancel (IOC), One-Cancels-the-Other (OCO), Trailing Stops oder Bracket Orders. GTC, IOC oder GTD sind dabei streng genommen eher Gültigkeits- beziehungsweise Ausführungsbedingungen als eigenständige Preis-Orderarten. Die Eurex unterscheidet diese Kategorien ebenfalls und weist darauf hin, dass die verfügbaren Ordertypen und Gültigkeiten vom jeweiligen Produkt abhängen können.
Da Bezeichnungen und technische Umsetzung zwischen Plattformen unterschiedlich sein können, sollte ein Trader vor dem realen Handel genau prüfen, was ein verwendetes Kürzel oder eine Orderfunktion konkret bedeutet. Hilfreich sind dabei die Hilfeseiten des Brokers oder der Handelssoftware und – sofern verfügbar – ein Demokonto.
Dieser Beitrag konzentriert sich bewusst auf Market-, Limit-, Stop- und Stop-Limit-Orders. An ihnen lässt sich besonders gut zeigen, welcher grundlegende Zielkonflikt bei der Ordereingabe immer wieder auftritt: Je stärker der Trader den Ausführungspreis kontrollieren möchte, desto größer kann das Risiko werden, gar nicht oder nicht vollständig ausgeführt zu werden.
Market-Order: Die Ausführung steht im Vordergrund
Mit einer Market-Order weist der Trader an, eine Position zum besten aktuell verfügbaren Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Anders als bei einer Limit-Order wird dabei kein maximaler Kaufpreis oder minimaler Verkaufspreis vorgegeben. Der Schwerpunkt liegt darauf, die Order möglichst schnell auszuführen. Der konkrete Ausführungskurs ist dagegen nicht garantiert. Auch der zuletzt gehandelte oder im Chart angezeigte Kurs muss nicht dem Kurs entsprechen, zu dem die eigene Market-Order tatsächlich ausgeführt wird.
Wer eine Market-Order zum Kauf aufgibt, handelt gegen die aktuell vorhandenen Verkaufsorders – also gegen die Briefseite beziehungsweise den Ask. Eine Market-Verkaufsorder trifft entsprechend auf die Kauforders der Geldseite beziehungsweise den Bid. Die Differenz zwischen Bid und Ask wird als Spread bezeichnet. Eine ausführlichere Erklärung dazu finden Sie in unserem Beitrag über den Spread im Trading.
Ein vereinfachtes Beispiel: Im Orderbuch eines Futures stehen aktuell ein höchster Kaufkurs (Bid) von 24.000 Punkten und ein niedrigster Verkaufskurs (Ask) von 24.001 Punkten. Gibt ein Trader eine Market-Order zum Kauf eines Kontrakts auf und ist bei 24.001 ausreichend Stückzahl verfügbar, kann die Order dort ausgeführt werden. Ein zuletzt angezeigter Kurs von beispielsweise 24.000 Punkten bedeutet daher nicht, dass auch die eigene Kauforder zwingend zu diesem Preis ausgeführt wird.
Bei größeren Orders kann die verfügbare Stückzahl auf der besten Preisstufe nicht ausreichen. Möchte ein Trader beispielsweise zehn Kontrakte kaufen, stehen auf der besten Ask-Preisstufe aber nur vier Kontrakte zur Verfügung, können zunächst diese vier zu diesem Kurs und die restlichen Kontrakte zu den nächsthöheren verfügbaren Preisen ausgeführt werden. Eine einzige Market-Order kann dadurch mehrere unterschiedliche Ausführungskurse erhalten. Auch schnelle Marktbewegungen können dazu führen, dass sich die verfügbaren Preise verändern, bevor die Order vollständig ausgeführt wurde.
Market-Orders besitzen zudem eine hohe Ausführungspriorität. An der Eurex genießen unlimitierte Market-Orders im Matching-Prozess ausdrücklich die höchste Priorität gegenüber Limit-Orders. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Ausführung, erzeugt aber keine zusätzliche Liquidität: Die Market-Order kann nur gegen die tatsächlich vorhandenen Orders auf der Gegenseite ausgeführt werden.
Entsteht eine Differenz zwischen dem erwarteten und dem tatsächlichen Ausführungskurs, spricht man von Slippage. Sie kann beispielsweise entstehen, wenn auf der besten Preisstufe nicht genügend Liquidität vorhanden ist, eine Market-Order im Verhältnis zum verfügbaren Ordervolumen groß ausfällt oder sich Bid und Ask in einer volatilen Marktphase sehr schnell verändern.
Der wesentliche Vorteil einer Market-Order liegt damit in der hohen Wahrscheinlichkeit einer schnellen Ausführung. Der Nachteil ist die fehlende Kontrolle über den exakten Ausführungspreis. Bei einer Market-Order steht das Ziel „Ich möchte jetzt handeln“ im Vordergrund – nicht das Ziel „Ich möchte ausschließlich zu genau diesem Kurs handeln“.
Limit-Order: Der Preis steht im Vordergrund
Mit einer Limit-Order legt der Trader eine Preisgrenze für seine Order fest. Bei einer Kauforder bildet das Limit also den höchsten akzeptierten Kaufpreis, bei einer Verkaufsorder den niedrigsten akzeptierten Verkaufspreis. Eine Buy-Limit-Order darf somit zum Limitpreis oder günstiger ausgeführt werden, eine Sell-Limit-Order zum Limitpreis oder höher.
Angenommen, der Future steht weiterhin bei einem Bid von 24.000 und einem Ask von 24.001 Punkten. Ein Trader möchte kaufen, allerdings höchstens zu 23.998 Punkten. Er gibt daher eine Buy-Limit-Order bei 23.998 auf. Solange kein Verkäufer bereit ist, zu diesem Preis oder günstiger zu verkaufen, bleibt die Order unausgeführt. Fällt der Markt später auf dieses Niveau und trifft die Order auf eine entsprechende Verkaufsorder, kann sie ausgeführt werden. Das Limit von 23.998 bedeutet allerdings nicht, dass die Ausführung zwingend genau bei 23.998 erfolgen muss. Ist zum Zeitpunkt der Ausführung beispielsweise bereits ein günstigerer Verkaufskurs verfügbar, darf die Kauforder auch dort ausgeführt werden. Entscheidend ist lediglich, dass der Trader nicht mehr als sein festgelegtes Limit bezahlt. Entsprechend darf eine Sell-Limit-Order nicht unterhalb ihres Limits ausgeführt werden.
Eine Limit-Order kann außerdem sofort ausführbar sein. Würde der Trader bei einem aktuellen Ask von 24.001 beispielsweise eine Buy-Limit-Order mit einem Limit von 24.003 Punkten einstellen, darf sie gegen den bereits vorhandenen Ask bei 24.001 ausgeführt werden. Das Limit von 24.003 bedeutet also nicht: „Kaufe bei 24.003“, sondern: „Kaufe zu 24.003 oder günstiger.“
Der Preisvorteil hat allerdings seinen Preis: Eine Limit-Order garantiert keine Ausführung. Selbst wenn der Markt das gewählte Kursniveau erreicht, kann es vorkommen, dass nicht genügend handelbares Volumen vorhanden ist oder andere Orders eine höhere Priorität besitzen. An der Eurex werden Limit-Orders unter anderem nach ihrer Preispriorität und – innerhalb derselben Preisstufe – nach den Regeln des jeweiligen Matching-Verfahrens geordnet. Eine Order kann deshalb auch nur teilweise ausgeführt werden. Angenommen, ein Trader möchte zehn Kontrakte bei höchstens 23.998 Punkten kaufen. Stehen auf diesem Kursniveau lediglich vier Kontrakte zum Verkauf zur Verfügung, können zunächst auch nur diese vier Kontrakte ausgeführt werden. Die restlichen sechs Kontrakte bleiben – abhängig von der gewählten Gültigkeitsbedingung – als offene Limit-Order bestehen. Genau hier zeigt sich der wesentliche Unterschied zur Market-Order: Der Trader akzeptiert lieber eine unvollständige oder ausbleibende Ausführung, als einen schlechteren Preis zu bezahlen.
Bei einer Limit-Order steht daher das Ziel „Ich möchte höchstens diesen Preis bezahlen beziehungsweise mindestens diesen Preis erhalten“ im Vordergrund – auch wenn das bedeutet, dass der Trade möglicherweise gar nicht zustande kommt.
Stop-Market-Order: Erst der Auslösekurs, dann die Market-Order
Eine Stop-Market-Order ist zunächst nicht aktiv. Der Trader legt einen Stop-Kurs fest. Erst wenn der Markt dieses Kursniveau erreicht, wird die Order ausgelöst und zu einer Market-Order, die nach den bereits beschriebenen Regeln zum nächsten verfügbaren Preis ausgeführt werden soll. Im Handelssystem der Eurex sind Stop-Orders vor ihrer Aktivierung inaktiv, nicht ausführbar und nicht Bestandteil der öffentlichen Marktdaten. Technisch gilt dieses Prinzip auch für Stop-Limit-Orders, sofern diese für das jeweilige Produkt und den Handelsplatz verfügbar sind; nach der Aktivierung entsteht dann allerdings eine Limit-Order.
Eine Buy-Stop-Order wird normalerweise oberhalb des aktuellen Marktkurses platziert, eine Sell-Stop-Order unterhalb des aktuellen Marktkurses. Dafür gibt es zwei typische Anwendungen.
Hält ein Trader beispielsweise eine Long-Position bei 24.000 Punkten und möchte sie bei einer ungünstigen Bewegung begrenzen, könnte er eine Sell-Stop-Order bei 23.960 Punkten platzieren. Erreicht der Markt dieses Niveau, wird daraus eine Market-Verkaufsorder zum Schließen der Long-Position. Genau diese Verwendung wird üblicherweise als Stop-Loss bezeichnet.
Eine Stop-Order kann aber ebenso für einen Einstieg verwendet werden. Notiert ein Future beispielsweise bei 24.000 Punkten und möchte ein Trader erst kaufen, wenn der Markt ein Hoch bei 24.050 überschreitet, könnte er dort eine Buy-Stop-Order hinterlegen. Erst wenn dieses Niveau erreicht wird, entsteht die Kauforder. Stop-Orders dienen also nicht ausschließlich dazu, bestehende Positionen zu schließen.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Stop-Kurs und Ausführungskurs. Der Stop-Kurs ist zunächst nur der Auslöser. Wird beispielsweise eine Sell-Stop-Order bei 23.960 aktiviert, bedeutet das nicht, dass die Position auch exakt bei 23.960 geschlossen wird. Nach der Aktivierung gilt die bereits erklärte Market-Order-Logik. In einem schnellen Markt kann die nächste verfügbare Ausführung beispielsweise erst bei 23.957 oder noch tiefer erfolgen. Investor.gov weist ausdrücklich darauf hin, dass der tatsächliche Ausführungspreis einer ausgelösten Stop-Order insbesondere in schnellen Märkten deutlich vom Stop-Kurs abweichen kann.
Damit tritt auch hier wieder Slippage auf. Die Stop-Order bietet also keine Garantie für einen bestimmten Verkaufspreis. Ihr Schwerpunkt liegt vielmehr darauf, dass nach Erreichen des festgelegten Kursniveaus eine Market-Order zum Kauf oder Verkauf ausgelöst wird.
Welche Bezeichnungen dafür in der Handelssoftware verwendet werden, kann variieren. Eine Plattform kann beispielsweise ausdrücklich „Stop Loss“ anzeigen, eine andere arbeitet mit Buy Stop und Sell Stop. Entscheidend ist deshalb nicht allein die Bezeichnung, sondern zu verstehen, welche Order nach dem Erreichen des Stop-Kurses tatsächlich erzeugt wird.
Bei einer Stop-Market-Order legt der Trader also fest, ab welchem Kurs eine Market-Order ausgelöst werden soll – nicht zu welchem Kurs die anschließende Ausführung garantiert erfolgt.
Stop-Limit-Order: Preisbegrenzung gegen Ausführungsrisiko
Eine Stop-Limit-Order kombiniert einen Stop-Kurs als Auslöser mit einem Limitpreis für die anschließende Order. Solange der Stop-Kurs nicht erreicht wird, bleibt die Order inaktiv. Wird er ausgelöst, entsteht keine Market-Order, sondern eine Limit-Order.
Angenommen, ein Trader hält eine Long-Position und legt den Stop-Kurs bei 23.960 Punkten sowie das Verkaufslimit bei 23.955 Punkten fest. Fällt der Markt auf 23.960, wird die Stop-Limit-Order aktiviert. Die daraus entstehende Sell-Limit-Order darf anschließend zu 23.955 Punkten oder höher ausgeführt werden – nicht aber darunter.
Damit kontrolliert der Trader den schlechtesten akzeptierten Ausführungspreis stärker als bei einer Stop-Market-Order. Dafür entsteht jedoch ein anderes Risiko: Bewegt sich der Markt sehr schnell von 23.960 auf beispielsweise 23.950 Punkte und findet sich oberhalb des Limits von 23.955 kein Käufer, bleibt die Order unausgeführt. Der Trader hält seine Long-Position dann weiterhin, obwohl der Markt bereits unter dem ursprünglich festgelegten Stop-Kurs notiert. Genau auf diesen Zielkonflikt weist auch die US-Anlegerbehörde Investor.gov hin: Das Limit kann vor einer unerwartet schlechten Ausführung schützen, gleichzeitig aber verhindern, dass die Position überhaupt geschlossen wird.
Der Unterschied zur Stop-Market-Order lässt sich damit einfach zusammenfassen:
Stop-Market: Nach dem Trigger steht die Ausführung im Vordergrund; der konkrete Ausführungspreis ist nicht garantiert.
Stop-Limit: Nach dem Trigger steht die Preisgrenze im Vordergrund; dafür ist die Ausführung nicht garantiert.
Welche Stop-Limit-Orders tatsächlich verfügbar sind, hängt vom Handelsplatz, Produkt, Broker und der verwendeten Handelssoftware ab. Die Eurex führt Stop-Limit-Orders grundsätzlich als Ordertyp und für ausgewählte Futures-Kontrakte auf.
Bei einer Stop-Limit-Order entscheidet sich der Trader also gegen eine Ausführung unterhalb beziehungsweise oberhalb seines Limits – und nimmt dafür in Kauf, dass die Position möglicherweise offenbleibt.
Die vier grundlegenden Orderarten im Vergleich
Market- und Limit-Orders bilden die beiden grundlegenden Ausführungslogiken. Stop-Orders ergänzen diese um eine vorgelagerte Auslösebedingung: Eine Stop-Market-Order wird nach dem Erreichen des Stop-Kurses zur Market-Order, eine Stop-Limit-Order zur Limit-Order.
Orderart | Wann wird sie aktiv? | Was geschieht anschließend? | Hauptziel |
Market | sofort | Ausführung zum besten verfügbaren Preis | möglichst schnelle Ausführung |
Limit | sofort aktiv | Ausführung nur innerhalb der festgelegten Preisgrenze | Preiskontrolle |
Stop-Market | erst beim Stop-Kurs | wird zur Market-Order | erst ab bestimmtem Kurs handeln, danach Ausführung priorisieren |
Stop-Limit | erst beim Stop-Kurs | wird zur Limit-Order | erst ab bestimmtem Kurs handeln und anschließend Preis begrenzen |
Damit lässt sich die grundlegende Logik relativ einfach zusammenfassen: Market bedeutet, dass die Ausführung im Vordergrund steht. Limit bedeutet, dass eine Preisgrenze eingehalten werden soll. Stop legt zusätzlich fest, ab welchem Kurs die eigentliche Market- oder Limit-Order überhaupt aktiviert wird.
Was ist davon im Orderbuch zu sehen?
Das öffentlich sichtbare Orderbuch zeigt die aktuell angebotene Liquidität auf den verschiedenen Preisstufen. Vereinfacht gesagt besteht diese vor allem aus aktiven Kauf- und Verkaufsorders mit festgelegten Preislimits, die noch nicht vollständig ausgeführt wurden. An der Eurex werden diese Orders nach den jeweiligen Matching-Regeln unter anderem nach Preis sowie – abhängig vom Verfahren – nach Zeit oder Größe geordnet.
Wie sich diese zentrale Preisbildung bei Futures von der außerbörslichen Kursstellung bei CFDs unterscheidet, erklären wir ausführlicher in unserem Vergleich von Futures und CFDs.
Eine Market-Order wird dagegen eingegeben, um unmittelbar gegen bereits vorhandene Orders auf der Gegenseite ausgeführt zu werden. Sie dient daher normalerweise nicht dazu, als sichtbares Kauf- oder Verkaufsangebot im Orderbuch zu warten.
Stop-Market- und Stop-Limit-Orders sind vor Erreichen ihres Stop-Kurses ebenfalls nicht in den öffentlichen Marktdaten sichtbar. Erst nach dem Trigger ändert sich das: Die Stop-Market-Order wird zur Market-Order. Die Stop-Limit-Order wird zur normalen Limit-Order und kann – wenn sie nicht sofort vollständig ausgeführt wird – anschließend mit ihrer verbleibenden Menge im Orderbuch stehen.
Ein Blick ins Orderbuch zeigt daher immer nur einen Teil der tatsächlich vorhandenen Handelsabsichten. Sind auf einer bestimmten Preisstufe beispielsweise 20 Kontrakte sichtbar, bedeutet das nicht, dass jenseits dieser Preisstufe keine weiteren Stop-Orders hinterlegt sind. Stop-Market- und Stop-Limit-Orders können bereits im Handelssystem vorhanden sein, sind vor Erreichen ihres Triggerkurses aber nicht Teil der öffentlichen Marktdaten. Ebenso sind Trader nicht sichtbar, die lediglich darauf warten, später eine Market-Order aufzugeben. Umgekehrt ist auch die aktuell sichtbare Liquidität nicht garantiert: Eine im Orderbuch liegende Limit-Order kann vor ihrer Ausführung geändert oder storniert werden.
Das sichtbare Orderbuch ist damit immer nur eine Momentaufnahme der öffentlich angezeigten Liquidität. Es zeigt weder alle bereits im Handelssystem hinterlegten Orders noch die Handelsabsichten der Marktteilnehmer, die ihre Orders erst später aufgeben.
Fazit
Market-, Limit-, Stop-Market- und Stop-Limit-Orders unterscheiden sich vor allem darin, wann eine Order aktiv wird und ob bei der Ausführung Geschwindigkeit oder Preiskontrolle im Vordergrund steht. Eine Market-Order soll möglichst unmittelbar ausgeführt werden, bietet dafür aber keine Garantie für einen bestimmten Preis. Eine Limit-Order setzt dagegen eine Preisgrenze, kann deshalb aber unausgeführt bleiben. Stop-Orders ergänzen diese beiden Grundprinzipien um einen vorher festgelegten Auslösekurs. Welche Orderart sinnvoll ist, hängt daher vom konkreten Zweck des Trades ab. Entscheidend ist, die jeweilige Funktionsweise zu verstehen und vor dem realen Handel zu prüfen, wie Broker, Handelsplatz und Handelssoftware die Order tatsächlich umsetzen.
Die passende Orderart nimmt dem Trader das Marktrisiko nicht ab – sie legt lediglich fest, unter welchen Bedingungen eine Position eröffnet oder geschlossen werden soll.
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