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Was ist der Spread im Trading? Einfach erklärt

  • 26. Mai
  • 4 Min. Lesezeit
Karten mit „Buy“ und „Sell“ als Symbol für Kaufpreis, Verkaufspreis und Spread im Trading


Der Spread gehört zu den Begriffen, die im Trading sehr früh auftauchen, aber häufig nur oberflächlich verstanden werden. Viele sehen ihn einfach als „kleinen Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis“. Das ist grundsätzlich richtig, erklärt aber noch nicht, warum dieser Unterschied für das Trading so wichtig ist. Denn der Spread wirkt bei jedem Einstieg und Ausstieg unmittelbar auf das Ergebnis. Er ist keine klassische Gebühr, die separat abgebucht wird, sondern steckt direkt in der Preisstellung. Gerade deshalb wird er leicht unterschätzt. Wer nur auf mögliche Kursziele oder einzelne Trades schaut, übersieht schnell, dass der Spread bei häufigem Handel zu einem dauerhaften Kostenfaktor wird.



Was der Spread konkret bedeutet


Der Spread ist die Differenz zwischen dem Preis, zu dem ein Produkt gekauft werden kann, und dem Preis, zu dem es im gleichen Moment verkauft werden kann. Diese beiden Preise werden häufig als Geldkurs und Briefkurs bezeichnet.


Ein einfaches Beispiel: Ein Markt wird mit 5.000 zu 5.001 Punkten gestellt. Wer kaufen möchte, zahlt 5.001 Punkte. Wer im gleichen Moment verkaufen möchte, erhält 5.000 Punkte. Die Differenz von einem Punkt ist der Spread. Damit startet ein Trade aus Sicht des Traders praktisch nicht bei null. Der Markt muss sich zunächst mindestens um diesen Spread in die gewünschte Richtung bewegen, bevor der Trade rechnerisch im Plus liegt.



Warum der Spread nicht bei allen Produkten gleich entsteht


Der Spread kann je nach Produkt, Handelsplatz und Marktphase unterschiedlich zustande kommen. Bei börsengehandelten Produkten entsteht er grundsätzlich durch Angebot und Nachfrage im Orderbuch. Dort treffen Kauf- und Verkaufsaufträge verschiedener Marktteilnehmer aufeinander. Je liquider ein Markt ist, desto enger liegen diese Preise häufig beieinander. Bei sehr stark gehandelten Märkten ist der Spread deshalb oft gering. Das gilt zum Beispiel für liquide Aktienindizes oder stark gehandelte Futures. Hier gibt es viele Marktteilnehmer, viele Orders und dadurch meist eine enge Preisstellung. Bei weniger liquiden Produkten kann der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufspreis dagegen größer sein. Hinzu kommt der Zeitpunkt des Handels. Auch ein grundsätzlich liquider Markt kann phasenweise breitere Spreads aufweisen – etwa außerhalb der Haupthandelszeiten, bei wichtigen Nachrichten oder in sehr hektischen Marktphasen. Der Spread ist also keine völlig statische Größe, sondern hängt auch von der aktuellen Marktsituation ab.


Bei CFDs ist die Struktur wiederum anders. CFDs werden typischerweise außerbörslich über einen Anbieter gehandelt. Der Broker stellt hier die handelbaren Kurse beziehungsweise Quotes. Diese orientieren sich zwar am zugrunde liegenden Markt, entstehen aber nicht auf die gleiche Weise wie ein börslicher Preis im Orderbuch. Genau deshalb lohnt es sich, die Unterschiede zwischen Futures und CFDs nicht nur aus Produktsicht, sondern auch mit Blick auf Preisstellung und Kosten zu betrachten.


Wichtig ist dabei: Ein Spread ist nicht automatisch unseriös oder problematisch. Er ist ein normaler Bestandteil des Handels. Problematisch wird es erst, wenn der Spread nicht verstanden wird, stark schwankt oder im Verhältnis zum eigenen Handelsansatz zu hoch ist.



Warum der Spread für Anfänger oft schwer zu greifen ist


Der Spread ist deshalb tückisch, weil er nicht immer wie eine direkte Gebühr wahrgenommen wird. Eine Ordergebühr sieht man meistens klar in der Abrechnung. Der Spread dagegen steckt im Preis. Dadurch wirkt er weniger sichtbar, obwohl er wirtschaftlich trotzdem eine Belastung darstellt. Gerade Anfänger achten häufig stärker auf Einstiegssignale, Chartbilder oder vermeintlich günstige Brokerangebote. Die tatsächlichen Kosten eines Trades werden dann erst später deutlich. Dabei gehört der Spread immer dazu, wenn man die Kosten im Trading realistisch einschätzen möchte.


Ein weiterer Punkt ist die Veränderlichkeit. Spreads können sich je nach Marktphase ausweiten oder wieder enger werden. Wer in ungünstigen Marktphasen handelt, kann schlechtere Bedingungen bekommen, obwohl sich an der grundsätzlichen Handelsidee nichts geändert hat. Das macht den Spread für Einsteiger schwerer greifbar als eine feste Gebühr.



Der Spread muss zum Handelsstil passen


Ob ein Spread hoch oder niedrig ist, lässt sich nicht isoliert beurteilen. Entscheidend ist, wie gehandelt wird. Ein Trader, der wenige längerfristige Positionen eingeht, kann mit einem etwas höheren Spread möglicherweise leben. Wer dagegen sehr kurzfristig handelt, muss viel genauer darauf achten. Beim Scalping oder kurzfristigen Daytrading können bereits kleine Unterschiede entscheidend sein. Wenn ein Trade nur auf wenige Punkte Gewinn ausgelegt ist, kann ein breiter Spread einen großen Teil des erwarteten Ergebnisses aufzehren. Bei größeren Kurszielen oder längeren Haltedauern relativiert sich dieser Effekt teilweise. Trotzdem bleibt auch dort wichtig, ob der Spread in normalen Marktphasen stabil und nachvollziehbar ist. Die Eigenschaften eines Finanzprodukts entscheiden also nicht nur darüber, ob ein Produkt grundsätzlich handelbar ist, sondern auch darüber, ob die Kostenstruktur zum eigenen Vorgehen passt.



Fazit


Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Er ist kein Nebenthema, sondern wirkt unmittelbar auf jeden Trade. Besonders bei häufigem oder kurzfristigem Handel kann er einen erheblichen Einfluss auf das Ergebnis haben. Entscheidend ist dabei nicht nur, ob ein Spread niedrig aussieht. Wichtig ist, wie er entsteht, wie stabil er ist und ob er zum eigenen Handelsstil passt. Ein enger Spread kann ein Vorteil sein, ersetzt aber kein Verständnis für Produktstruktur, Risiko und Ausführung.

Wer Trading realistisch betrachten möchte, sollte den Spread deshalb nicht als technische Kleinigkeit abtun. Er ist ein fester Bestandteil der tatsächlichen Handelskosten und gehört zu den Punkten, die vor dem ersten Trade verstanden werden sollten.




 

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