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Wie Drawdowns im Trading entstehen – und warum sie unvermeidbar sind

  • 27. März
  • 2 Min. Lesezeit
Tablet mit fallendem Kurschart als Darstellung einer Verlustphase bzw. eines Drawdowns im Trading


Drawdowns gehören zu den unangenehmsten Erfahrungen im Trading. Phasen, in denen sich Verluste häufen und das eigene Konto spürbar zurückgeht, werden häufig als Zeichen dafür interpretiert, dass etwas nicht funktioniert. Gerade Einsteiger neigen dazu, Drawdowns als Fehler zu sehen – entweder in der eigenen Strategie oder im eigenen Verhalten. In vielen Fällen führt das dazu, dass Strategien vorschnell angepasst oder vollständig verworfen werden. Diese Sichtweise ist jedoch problematisch. Denn Drawdowns sind kein Ausnahmefall, sondern ein fester Bestandteil jedes Trading-Ansatzes.



Warum Drawdowns mathematisch entstehen


Trading basiert auf Wahrscheinlichkeiten. Selbst Strategien mit einem statistischen Vorteil bestehen aus einer Folge von Gewinnen und Verlusten, die sich nicht gleichmäßig verteilen.

Das bedeutet: Verluste treten nicht einzeln und isoliert auf, sondern häufig in Serien.

Selbst bei einer funktionierenden Strategie kann es vorkommen, dass mehrere Trades hintereinander im Verlust enden. Diese Verlustserien führen zwangsläufig zu einem Rückgang des Kontostands – also zu einem Drawdown.


Wie stark dieser ausfällt, hängt unter anderem davon ab:

  • wie hoch das Risiko pro Trade ist

  • wie die Gewinn- und Verlustverteilung aussieht

  • wie lange Verlustphasen andauern


Der entscheidende Punkt ist dabei: Diese Phasen sind keine Abweichung von der Strategie, sondern Teil ihrer statistischen Struktur. Dieser Zusammenhang wird oft unterschätzt, insbesondere wenn der Fokus zu stark auf einzelne Trades gelegt wird. Im Beitrag darüber, wie Trading wirklich funktioniert, wird dieser Aspekt bereits grundlegend eingeordnet. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Positionsgröße. Je höher das Risiko pro Trade gewählt wird, desto stärker wirken sich Verlustserien auf das Gesamtkapital aus. Der Zusammenhang wird im Artikel zur Positionsgröße im Trading ausführlicher beschrieben.



Warum Drawdowns oft falsch interpretiert werden


Viele Trader erwarten implizit, dass eine funktionierende Strategie zu einem relativ gleichmäßigen Kapitalwachstum führt. Sobald diese Erwartung nicht erfüllt wird, entstehen Zweifel. In der Praxis verlaufen Ergebnisse jedoch selten gleichmäßig. Phasen mit stabilen Gewinnen können sich mit längeren Verlustperioden abwechseln. Diese Schwankungen sind kein Zeichen für mangelnde Qualität, sondern ein Ausdruck der zugrunde liegenden Wahrscheinlichkeiten.


Problematisch wird es, wenn Drawdowns als persönliches Versagen interpretiert werden. In solchen Situationen kommt es häufig zu Anpassungen, die nicht auf einer fundierten Analyse beruhen, sondern auf dem Wunsch, die aktuelle Verlustphase zu beenden.


Typische Reaktionen sind:

  • Erhöhung des Risikos, um Verluste schneller auszugleichen

  • Wechsel der Strategie

  • selektives Auslassen von Trades


Diese Verhaltensweisen verschärfen die Situation oft zusätzlich. Drawdowns wirken nicht nur auf das Konto, sondern auch auf das Verhalten. Sie erhöhen den Druck, beeinflussen Entscheidungen und führen häufig dazu, dass ursprünglich sinnvolle Regeln nicht mehr konsequent umgesetzt werden.

Ein ähnlicher Zusammenhang zeigt sich auch im Umgang mit Verlustphasen, der im Beitrag zum Umgang mit Verlustphasen im Trading näher beleuchtet wird.



Fazit


Drawdowns sind kein Sonderfall im Trading, sondern ein unvermeidbarer Bestandteil jeder Strategie. Sie entstehen aus der mathematischen Struktur von Gewinnen und Verlusten und lassen sich nicht vollständig vermeiden. Entscheidend ist daher nicht, ob Drawdowns auftreten, sondern wie mit ihnen umgegangen wird.

Wer versteht, dass diese Phasen Teil des Prozesses sind, kann sie realistischer einordnen und vermeidet es, vorschnelle Entscheidungen auf Basis kurzfristiger Entwicklungen zu treffen.

Langfristig ist nicht entscheidend, einzelne Verlustphasen zu vermeiden, sondern eine Strategie so umzusetzen, dass sie auch solche Phasen überstehen kann.




 

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